Projektdetails

"Erfassung und Bewertung der Waldfunktionen" - im BMBF Projektverbund "Perspektiven einer nachhaltig wertleistungsoptimierten Waldwirtschaft im waldreichen ländlichen Raum Ostalb"

von 2005 bis 2008

Projektbeteiligte

Leitung: Prof. Dr. Renate Bürger-Arndt

Bearbeitung/Kontakt: Christoph Riegert

Mitarbeit: Daniela Kempa

Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitwirkende Institutionen: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA Baden-Württemberg)
Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft Bayern (LWF Bayern)
Technische Universität München (TUM)
Universität Freiburg
Vertreter der Holzindustrie
Vertreter des Großprivatwaldes und des Öffentlichen Waldes
Vertreter der Politik und der Träger öffentlicher Belange (TÖB)

Projektabhängige Publikationen

RIEGERT, C.; KEMPA, D.; BÜRGER-ARNDT, R. (2009): Nachhaltig multifunktionale Forstwirtschaft - Rahmenvorgaben einer wertleistungsoptimierten Waldnutzung. In: Fakultät für Forst- und Umweltweltwissenschaften der Universität Freiburg, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) (Hrsg.), Freiburger Forstliche Forschung, Heft 81, S. 65-96
RIEGERT, C.; KEMPA, D. (2008): Naturschutz- und Sozialfunktionen des Waldes - Leitplanken einer zukunftsfähigen Forstwirtschaft. In: Berichte Freiburger Forstliche Forschung, Heft 76
RIEGERT, C. (2006): Leitplanken für eine wertleistungsorientierte Forstwirtschaft. In: Tagungsband zur Forstwissenschaftlichen Tagung 2006, Tharand/Dresden

Stichworte

Waldfunktionen; Nachhaltigkeit; Schutz- und Erholungsfunktion; Ostalb; Wertleistungsoptimierte Waldwirtschaft; Multifunktionale Forstwirtschaft

Projektbeschreibung

Hintergrund des Projektverbundes bildet die zunehmend kritische Ertragslage von Forstbetrieben. Sie können ihre ökonomische Basis künftig nur dann sichern, wenn es gelingt, die sich abzeichnenden Wertschöpfungspotentiale im Forst-/Holz-Sektor konsequent zu nutzen und zu entwickeln. Der Handlungsspielraum wird dabei vorgegeben durch die Erfordernisse zur Erfüllung der sonstigen Waldfunktionen (Schutz- und Erholungsfunktionen), d.h. der zusätzlich zur Holzproduktion gesellschaftlich erwünschten Leistungen des Waldes in der Kulturlandschaft, wie sie raumplanerisch für die jeweilige Region in Struktur und Umfang festgelegt sind oder seitens der Landespflege gefordert werden.

Der Projektverbund geht beispielhaft für eine ausgewählte Region im ländlichen Raum der Frage nach, welche Potentiale für eine gewinnorientierten Behandlung und Entwicklung der Wälder tatsächlich im Rahmen der regionalspezifischen Anforderungen an eine multifunktionale Bewirtschaftung bestehen. Hierfür sind auf der Grundlage aktueller forstbetrieblicher und waldbaulicher Daten die prinzipiellen Möglichkeiten zur ökonomischen Optimierung waldbaulicher Nutzungsstrategien und der Forst-Holz-Bereitstellungskette zu klären und räumlich als Szenarien zu spezifizieren.

Das oben benannte Teilprojekt untersucht sodann die Frage, welche Folgewirkungen dieser wirtschaftlichen Optimierungsszenarien im Hinblick auf die Umweltleistungen des Waldes zu erwarten sind. Dabei ist insbesondere zu klären:
- Gibt es Entscheidungsspielräume zur Optimierung der Erträge aus der Holzproduktion ohne dass wesentliche Umweltwirkungen des Waldes (Schutz und Erholung) in einem Ausmaß nachteilig verändert werden, dass dies die gesetzliche Verpflichtung zur Multifunktionalität bei der Bewirtschaftung infrage stellt?
- In welchem Umfang und in welchen Bereichen können die zu erbringenden Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes auch bei zukunftsfähig optimierter Nutzfunktion erbracht werden?
- Wo und für welche Waldfunktionen zeichnen sich hingegen Konflikte ab, die eine Einschränkung für die Holzproduktion nach sich ziehen?
- In welchen Fällen und in welchem Umfang gehen die erforderlichen Einschränkungen über die Mindeststandards einer guten fachlichen Praxis und ordnungsgemäßen Forstwirtschaft hinaus so dass sie gegebenenfalls staatliche Transferleistungen oder Subventionen erforderlich machen?
- Wo und in welchem Umfang zeichnen sich unter Umständen zusätzliche Optionen für den Naturschutz (Arten- und Biotopschutz) ab, da weniger mit einer Ertragsoptimierung als mit einer Extensivierung der Bewirtschaftung zu rechnen ist?

Ein Charakteristikum des Verbundes ist damit eine integrierende Zusammenfassung aller relevanter Einzelaspekte auf regionaler Ebene und die Bildung von regionalen Szenarien für die Abschätzung der Auswirkungen einer gewinnorientierten Weiterentwicklung der Wälder auf die Waldfunktionen.

Als Untersuchungsgebiet wurde die Region Ostalb im Grenzbereich Baden-Württemberg/ Bayern ausgewählt, die sich aufgrund ihrer übersichtlichen Wald- und Besitzstruktur, den regional ansässigen leistungsfähigen Betrieben der Holzindustrie und der hohen Bereitschaft von "stakeholdern" (private & öffentliche Forstbetriebe, Holzindustriebetriebe, politische Entscheidungsträger) zur Unterstützung für das vorgesehene Vorhaben besonders eignet.

Aufgrund des Modellcharakters des Projektverbundes werden sich die Ergebnisse jedoch über den regionalen Bezug hinaus auf eine Vielzahl anderer ländlicher Regionen übertragen lassen.

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Projektillustration 1

Ostalb-Projektverbund

Projektillustration 2

Wachholderheide als typisches Landschaftselement auf der Ostalb

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