Projektdetails

Regionalentwicklung durch Naturschutz und Tourismus am Beispiel des Drawa-Seengebiets in Polen

von Februar 2004 bis Mai 2008

Projektbeteiligte

Leitung: Prof. Dr. Renate Bürger-Arndt

Bearbeitung/Kontakt: Joanna Adamowicz

Projektabhängige Publikationen

ADAMOWICZ, J. (2009): Naturschutz und Tourismus - eine Kooperation mit Zukunft im Rahmen nachhaltiger Regionalentwicklung. Fallstudie Drawskie Seenplatte. Verlag Dr. Kovač. Hamburg, 302 S.

Stichworte

Naturschutz, Tourismus, Regionalentwicklung, Polen, Kooperationen, Landschaftswandel, Grossschutzgebiete, EU-Beitritt, Geographie

Projektbeschreibung

Das Promotionsvorhaben beschäftigt sich mit der aktuellen Frage über die Chancen der Erhaltung der Naturpotenziale in den ländlichen Regionen Polens durch eine Kooperation zwischen Naturschutz und Tourismus im Kontext des Strukturwandels, initiiert durch die Transformation 1989 und fort­ge­setzt durch den EU-Beitritt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen länd­liche Regionen mit einer hohen Naturausstattung, die sowohl für den Na­tur­schutz als auch für den Tourismus einen hohen Wert darstellen. Ge­ra­de ländliche Regionen im Osten und Nord-Westen Polens gehören be­züg­lich der Qualität der natürlichen Umwelt und ihrer Biodiversität zu den bes­ten in Europa. Tourismus wird dort als eine der wichtigsten wirtschaftlichen Perspektiven für die strukturschwachen und sonst wirt­schaft­lich weniger entwickelten Gebiete betrachtet. Andererseits ist das Naturkapital dieser Regionen und ihre Attraktivität aufgrund der in den letzten Jahren enorm zunehmenden Tourismus- und Erholungsnutzung stark gefährdet. In diesem Dreiklang von Naturschutz, Tourismus und Regionalentwicklung geht es vor allem um die positiven Auswirkungen von Tourismus auf den Erhalt der Naturressourcen, um darauf aufbauend ein Konzept zur Erhaltung der Natur in touristisch attraktiven, ländlichen Regionen Polens zu erarbeiten. Dabei werden die Kooperationspotenziale und -hindernisse zwischen Naturschutz und Tourismus ausgeleuchtet und die möglichen katalytischen Wirkungen auf eine nachhaltige Re­gi­o­nal­ent­wicklung aufgezeigt. Ein besonderer Wert dieser Studie liegt im dis­zi­plin­übergreifenden Methodenansatz. Das landschaftsplanerische Be­wer­tungs­ver­fahren als Status Quo-Beschreibung wird mit verschiedenen Ansätzen der empirischen Sozialforschung (Experteninterviews, Gästebefragung) ver­bun­den, um die Ursachen und Hintergründe der gegenwärtigen Si­tu­a­ti­on zu analysieren und Aufschluss über Ziele, Handlungsweise und Ein­schät­zun­gen der verschiedenen Akteursgruppen zu bekommen. Daraus werden die Zukunftsperspektiven der Kooperationen und Chancen der Be­wah­rung der Naturpotenziale abgeleitet. Ausgehend von einer land­schaftsplanerischen Frage über die Gefährdung und Erhaltung des Naturpotenzials werden komplexe sozialwissenschaftliche Probleme er­forscht, die eine Ausgangsbasis für die Bewahrung des Potenzials bilden. Die in der Studie gewonnen Erkenntnisse und tieferen Einsichten lassen sich auf andere ländliche Regionen, insbesondere in den neuen EU-Ländern übertragen.

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